Weihnachtsgrüße des Oberbürgermeisters
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
die finanzielle Schieflage der Kommunen in Deutschland macht auch vor Weingarten nicht halt. Besonders deutlich wurde dies jüngst bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2026/2027. Dieser Haushalt entstand unter äußerst schwierigen Rahmenbedingungen und war für alle Beteiligten ein echter Kraftakt.
Die finanzielle Lage zwingt uns weiterhin zu klaren Prioritäten. In den folgenden Monaten werden wir uns womöglich von Leistungen und freiwilligen Aufgaben verabschieden müssen, die uns in den vergangenen Jahren lieb geworden sind. Weiterhin gilt es, Prozesse schlanker, effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Ein kleiner finanzieller Lichtblick ist das Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur: Für Weingarten stehen in den kommenden zwölf Jahren zusätzliche 14,3 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Mittel eröffnen Chancen, notwendige Investitionen abzusichern – sie ersetzen aber nicht die Pflicht zu solider Haushaltsführung und verantwortungsvollen Entscheidungen vor Ort.
Gerade unter diesen Bedingungen ist es wichtig, klare politische Schwerpunkte zu setzen. Im Mittelpunkt standen und stehen die Großinvestitionen in Kinderbetreuung, Schule und Bildung. Mit dem Entlastungsbau des Schulzentrums, zahlreichen Bau- und Vergabebeschlüssen und strukturellen Weichenstellungen haben wir in den vergangenen Monaten wichtige Grundlagen geschaffen, die den Bildungsstandort Weingarten langfristig sichern. Dazu gehörte leider auch der schmerzhafte Beschluss, die Auflösung der Werkrealschule auf den Weg zu bringen – eine bedauerliche Entscheidung, ausgelöst durch landespolitische Rahmenbedingungen, die nur wenig Spielraum ließen. Umso wichtiger sind die positiven Signale: Das Gymnasium hat sich auf den Weg gemacht, einen bilingualen Zug einzurichten und damit das bilinguale Bildungsangebot ab Klasse 5 auf gymnasialem Niveau fortzuführen. Die Bewilligung durch das Regierungspräsidium wäre ein starkes Signal für einen attraktiven Bildungsstandort.
Auch in der Stadtentwicklung geht es sichtbar voran. Sowohl im Quartier Martinshöfe als auch auf dem Areal 14 Nothelfer sind Baufortschritte erkennbar. Hier entsteht neuer Wohnraum, hier wird mit klarer Richtung Zukunft gebaut. Ein weiteres sichtbares Zeichen für erfolgreiche Stadtentwicklung ist die abgeschlossene Sanierung unseres Amtshauses. Gerade in der Weihnachtszeit strahlt es mit seiner neuen Fassade in besonderem Glanz. Große Aufmerksamkeit und viel Engagement hat in diesem Jahr auch der Erhalt von Freibad, Hallenbad und Sauna erfahren. Das bürgerschaftliche Engagement in diesem Bereich verdient großen Respekt. Dank einer stattlichen Bundesförderung für das Hallenbad und mit der Hoffnung auf weitere Mittel für das Freibad arbeiten wir daran, diese wichtigen Orte der Begegnung und Lebensqualität zu sichern. Und auch verwaltungsintern haben wir wichtige Schritte unternommen. Mit neuen Strukturen und dem Erwerb eines zentralen Verwaltungsgebäudes stellen wir uns zukunftsfähig auf – für eine leistungsfähige, bürgernahe Verwaltung.
All diese Entwicklungen wären ohne das Engagement unserer Stadträtinnen und Stadträte nicht möglich gewesen. In zwölf Gemeinderatssitzungen und zahlreichen Ausschusssitzungen wurden über 450 Tagesordnungspunkte beraten – mit mehr als 70 Stunden Sitzungszeit, hinzu kommen zahlreiche Stunden der Vorbereitung, Gespräche mit Bürgern und politische Abstimmungen. Dieses ehrenamtliche Engagement verdient höchsten Respekt und meinen ausdrücklichen Dank. Mein Dank gilt ebenso den vielen Ehrenamtlichen in Vereinen, Initiativen und Organisationen sowie unserer Blaulichtfamilie und den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Ihnen allen wünsche ich frohe und gesegnete Weihnachtsfeiertage und dass über den Jahreswechsel Zeit bleibt, um neue Kraft zu tanken.
Dies war nur ein kleiner Abriss der wichtigsten Projekte des Jahres. Einen ausführlichen Rückblick und vor allem einen Ausblick auf das kommende Jahr gebe ich Ihnen beim städtischen Neujahrsempfang am 11. Januar 2026 im Kultur- und Kongresszentrum, der mit der traditionellen Neujahrsbegrüßung auf dem Löwenplatz beginnt. Dazu lade ich Sie bereits heute herzlich ein!
Für die Weihnachtstage wünsche ich Ihnen nun ruhige Stunden im Kreise Ihrer Lieben, Zuversicht und Gesundheit – und einen guten Start in ein neues Jahr 2026.
Herzlichst
Ihr
Clemens Moll