Bundesverdienstkreuz für Waltraud Rosenfelder

Eine Frau mit Blumen und Urkunde lächelt in die Kamera, neben ihr ein Mann in Anzug und Krawatte. Beide in einem festlichen Saal
Waltraud Rosenfelder mit Blumen, Urkunde und Orden neben OB Clemens Moll, der im Rokokosaal des Schlössles die Laudatio gehalten hat.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Waltraud Rosenfelder für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Als Realschullehrerin, als Trainerin, Vereinsfunktionärin, Mentorin und Vorbild hat sie Generationen von Leichtathleten gefördert und den Sport in der Stadtgesellschaft und der Region geprägt. Oberbürgermeister Clemens Moll überreichte die Ehrung am 11. März 2026 im Rahmen eines kleinen Festakts im Beisein ihrer Familie und Weggefährten im Schlössle.

Langer Applaus für eine herausragende Persönlichkeit der Leichtathletik in Weingarten: Waltraud Rosenfelder ist für ihre beispiellosen Verdienste um den Sport mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden – die höchste Form der öffentlichen Anerkennung der Bundesrepublik. In seiner Laudatio würdigte Oberbürgermeister Clemens Moll Rosenfelders Rolle als Bindeglied zwischen Athleten, Eltern, Verein, Verband und Stadt und lobte ihre Haltung, mit der sie den Sport und die Stadtgesellschaft seit Jahrzehnten bereichere. Der Sport nehme in Weingarten eine zentrale Stellung ein. Er bringe Menschen unabhängig von Alter und Herkunft zusammen, vermittle Werte wie Respekt, Teamgeist und Fairness und schaffe Gemeinschaft. Ehrenamtliche Vorbilder trügen wesentlich dazu bei – und eine der wichtigsten Personen in diesem Gefüge sei Waltraud Rosenfelder.

Der TV Weingarten – ihr Herzensverein

1955 in Weingarten geboren, studierte sie an der Pädagogischen Hochschule Mathematik und Sport auf Lehramt und arbeitete nahezu ihr gesamtes Berufsleben als Lehrerin an der Realschule ihrer Heimat. Ihr Herzensverein war immer der Turnverein (TV) Weingarten, dem sie als Kind beitrat und dessen Motor sie später wurde. 

Seit mehr als 45 Jahren prägt sie die Leichtathletik in Oberschwaben. Als Trainerin entdeckt und fördert sie Talente und führt Athletinnen und Athleten zu Erfolgen auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene. Auch deren persönliche Entwicklung liegt ihr am Herzen: So unterstützt sie junge Menschen bei der Nachhilfe oder Suche nach Fördermöglichkeiten. Als Vorstandsmitglied und seit 2021 als Vorsitzende des TV, in der Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Welfen, im Sportverband Weingarten sowie im Sportkreis Ravensburg übernimmt sie Verantwortung und schafft Strukturen, von denen der Sport noch lange profitieren wird. Seit Jahrzehnten organisiert sie Wettkämpfe und Meisterschaften und engagiert sich nahezu jedes Wochenende auf dem Trainingsplatz oder bei Veranstaltungen. Die Sportlerehrung, das Landesturnfest 2024 oder der Schussental Nordic Walkathon sind ohne ihre Tatkraft kaum vorstellbar.

Wertschätzung und Vertrauen der Eltern

„Sie hat Maßstäbe gesetzt“, sagte Joachim Scheef, Kreisvorsitzender des Württembergischen Leichtathletik-Verbands, Trainer der LG Welfen und selbst einst Schützling von Waltraud Rosenfelder. Ihre Leistung bestehe aus weit mehr als sportlichen Ergebnissen. Sie verbinde Menschen, eröffne Perspektiven und lebe essentielle Werte wie Integration und Chancengleichheit vor. Die Anregung zur Würdigung mit dem Verdienstorden kam von Eltern ihrer Athleten. Viele von ihnen engagieren sich bis heute im Verein – ein Zeichen der großen Wertschätzung und des Vertrauens, das Waltraud Rosenfelder aufgebaut hat.

Jochen Kucera vom Sportverband Weingarten spannte in seinem Grußwort den Bogen zu den Olympischen Spielen, die nicht existieren würden ohne das Engagement von Menschen wie Waltraud Rosenfelder an der Basis. „Ich ziehe immer wieder den Hut vor dem, was du leistest“, sagte er.

Anker und Ansprechpartnerin

In ihrer Dankesrede sagte Waltraud Rosenfelder, ihr sei es immer wichtig gewesen, ein geschütztes Umfeld zu schaffen, in denen sich Kinder und Jugendliche entwickeln und entfalten können. „Ich habe versucht, Anker und Ansprechpartnerin zu sein.“ Den Preis nehme sie stellvertretend für all die Ehrenamtlichen im Sport und in den anderen Vereinen an, die sich in unzähligen Stunden für andere einsetzten. Die Auszeichnung sei Ansporn, weiterzumachen.

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