Blaue Radwegmarkierung mit weißem Fahrrad

Mit dem Rad unterwegs

Das Fahrrad als selbstverständliches Verkehrsmittel

Die Stadt Weingarten möchte den Radverkehr gezielt fördern, um den Bürgerinnen und Bürgern attraktive Alternativen zum Auto zu bieten – besonders im Alltag. Gleichzeitig soll so ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Stärkung des Umweltverbunds geleistet werden.

Mit dem Radverkehrskonzept des Gemeindeverbands Mittleres Schussental (GMS) wurde die Basis für eine systematische und zukunftsorientierte Radverkehrsplanung geschaffen. Im Rahmen einer umfassenden Bestandsaufnahme und durch die Beteiligung der Öffentlichkeit – insbesondere auch von Schülerinnen und Schülern – konnten zentrale Radvorrangrouten innerhalb des Stadtgebiets identifiziert werden. Diese Hauptverbindungen sollen künftig durchgängig ausgebaut und sicher gestaltet werden. Sie sind auch ein wichtiger Bestandteil des Schulradwegenetzes.

Das Radgrundnetz bildet das Fundament der Radverkehrsinfrastruktur in Weingarten. Ergänzt wird es durch die Radvorrangrouten sowie durch die Radschnellverbindung RS 9, die als schnelle, überörtliche Verbindung innerhalb des GMS-Verbunds eine zentrale Rolle spielt.

Projekte, Aktionen und Angebote

Radschnellverbindung "RS 9"

Eingebettet in den am 15. Juli 2021 in der Verbandsversammlung beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan des Gemeindeverbandes Mittleres Schussental, soll in einem Gemeinschaftsprojekt der Städte Friedrichshafen, Ravensburg und Weingarten, der Gemeinden Meckenbeuren, Baienfurt und Baindt eine Radschnellverbindung (RS 9) von Friedrichshafen nach Baindt entstehen.

Wohnen und Arbeiten rücken immer weiter auseinander, dabei entstehen längere Wege und insgesamt mehr Verkehr. Mit der Radschnellverbindung verfolgt die Region das Ziel, eine Verlagerung der – derzeit vom MIV-geprägten Pendelverflechtungen – zwischen den Oberzentren Weingarten-Ravensburg, Meckenbeuren und Friedrichshafen hin zum Radverkehr zu schaffen und hierüber nicht nur das Straßennetz zu entlasten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Koordiniert wird das gemeinsame Vorhaben durch den Regionalverband Bodensee-Oberschwaben. Der Bund und das Land Baden-Württemberg finanzieren die Umsetzung der Radschnellverbindung.

Bisherige Meilensteine:
  • 2019: Machbarkeitsstudie für die Gesamtstrecke abgeschlossen
  • 2020: Förderzusage von Bund und Land; Projektleitung durch den Regionalverband
  • 2022–2023: Variantenentwicklung und erste politische Beratungen in Weingarten (u. a. Technischer Ausschuss, Abstimmung mit Fachbehörden)
  • April 2024: Gemeinderat empfiehlt Vorzugstrasse V3 sowie V2 als Alternative
  • 2024–2025: Vertiefende Untersuchungen, insbesondere zum Abschnitt „Kreiscampus“
  • Dezember 2025: Voruntersuchung empfiehlt Variante V2 (L 313) für den Gesamtabschnitt Weingarten
  • März 2026: Vorlage der Unterlagen beim Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg zur finalen Entscheidung
Weitere Informationen

Radvorrangrouten

Um den Radverkehr nachhaltig zu stärken und attraktiver gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zu gestalten, hat der Gemeinderat im Juni 2023 eine erste kommunale Umsetzungsstrategie beschlossen. Diese basiert auf dem allgemeinen Radverkehrskonzept sowie den Ergebnissen einer umfassenden Bürgerbeteiligung und Schülerbefragung.

Das Konzept der Radvorrangrouten

Im Zentrum der Strategie steht die Herstellung von zwei durchgängigen, gut ausgebauten Hauptachsen, die Weingarten als sogenannte Radvorrangrouten in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung erschließen. Durch die Bevorrechtigung des Radverkehrs werden diese Wege schneller und sicherer. Ein besonderer Fokus liegt dabei unter anderem auf der lückenlosen Anbindung des Schulzentrums (Gymnasium/Realschule), um die Sicherheit für Schülerinnen und Schüler massiv zu erhöhen und potenzielle Gefahrenstellen zu beseitigen.

Die beiden Hauptachsen im Detail

Die Ost-West-Achse

Diese Achse orientiert sich an der im Radverkehrskonzept vorgesehenen Route und verbindet den BOB Bahnhof Berg/Weingarten direkt mit der Innenstadt, der Hochschule und dem Schulzentrum bis zum östlichen Ortsausgang. Zudem dient sie als Zubringer zum geplanten Radschnellweg RS 9 entlang der L313.

Verlauf: Sie beginnt an der Haltestelle BOB Weingarten/Berg und führt über die Ettishofer Straße, Abt-Hyller-Straße und Heinrich-Schatz-Straße. Nach einem kurzen Abschnitt auf der St.-Longinus-Straße verläuft sie über die Doggenriedstraße bis zum Ende der Lazarettstraße am östlichen Ortsausgang.
Anschluss: Am östlichen Ende ist ein Anschluss an den geplanten Radweg des Landkreises entlang der L317 in Richtung Unterankenreute vorgesehen.
Ausbau: Geplant ist eine Mischung aus breiten Radwegen, Schutzstreifen sowie Fahrradstraßen auf der St.-Longinus- und der Lazarettstraße.

Anschluss: Am östlichen Ende ist ein Anschluss an den geplanten Radweg des Landkreises entlang der L317 in Richtung Unterankenreute vorgesehen.

Ausbau: Geplant ist eine Mischung aus breiten Radwegen, Schutzstreifen sowie Fahrradstraßen auf der St.-Longinus- und der Lazarettstraße.

Die Nord-Süd-Achse

Diese Achse konzentriert sich primär auf die Optimierung der Schulwege aus dem Norden und Süden der Stadt zum zentralen Schulzentrum.

Verlauf: Die Achse startet im Süden an der Einmündung der St.-Konrad-Straße in die Ravensburgerstraße. Sie führt über die Blumenau, folgt dem Bogen der Brechenmacher- und Daimlerstraße und endet über die Lägelestraße an der Waldseerstraße.

Ausbau: Auch hier soll weitgehend eine Fahrradstraße eingerichtet werden. Lediglich im Abschnitt Brechenmacher-/Daimlerstraße ist aufgrund der beengten Platzverhältnisse ein beidseitiger Schutzstreifen vorgesehen.

Der Knotenpunkt Schulzentrum

Die beiden Achsen kreuzen sich im Bereich der Abt-Hyller-Straße/ Brechenmacherstraße. Durch diesen zentralen Kreuzungspunkt am Schulzentrum wird nicht nur die Durchquerung der Stadt bequem ermöglicht, sondern auch ein sicheres, zusammenhängendes Radwegenetz geschaffen, das die täglichen Wege für Pendler und Schüler gleichermaßen optimiert.

Zeitliche Einordnung

Aktueller Stand Juni 2026

Nach einer langen und sehr intensiven Projektvorbereitung, die von der Vorplanung bis zur fertigen Entwurfsplanung reichte, hat der Gemeinderat am 11. Mai 2026 den nächsten entscheidenden Schritt gemacht. Die Verwaltung wurde mit der Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistungen sowie der Umsetzung der Baumaßnahme „Radvorrangroute Nord-Süd“ beauftragt. Damit nimmt die erste der zwei im Jahr 2023 beschlossenen gesamtstädtischen Routen konkret Gestalt an. Die Ost-West-Verbindung befindet sich in der Entwurfsplanung. Der Förderantrag wird vorbereitet.

Aktion Stadtradeln

Weingarten wird 2026 bereits zum achten Mal bei der Aktion STADTRADELN dabei sein. Geradelt wird vom 13. Juni bis 3. Juli.

Alle Infos unter www.stadtradeln.de/weingarten sowie auf der offiziellen Website STADTRADELN.

Verleihsystem

Die Fahrräder von twsRad können leider nicht mehr gebucht werden. Grund dafür ist die Insolvenz eines Technikpartners. Die TWS arbeitet derzeit an einem Alternativmodell.

Konzepte und weiterführende Infos

Radverkehrskonzept (GMS)

Im Juni 2023 hat der Gemeinderat eine kommunale Umsetzungsstrategie für den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur in Weingarten beschlossen. Diese wurde in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Radverkehr aus den Maßnahmenvorschlägen des Radverkehrskonzepts entwickelt.

Das primäre Ziel der Umsetzungsstrategie ist es, zwei gut ausgebaute, durchgängige Achsen für den Radverkehr zu schaffen, anhand welcher die Stadt Weingarten in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung durchfahren werden kann. Hierdurch sollen Gefahrenstellen und Netzlücken beseitigt, und zugleich eine sichere Anbindung an das Schulzentrum geschaffen werden.

Details & Abschlussbericht

Kontakt

Marita Stephan
Verkehrsplanung
Schussenstraße 11
88250 Weingarten
Telefon 0751 405-193