Um den Radverkehr nachhaltig zu stärken und attraktiver gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zu gestalten, hat der Gemeinderat im Juni 2023 eine erste kommunale Umsetzungsstrategie beschlossen. Diese basiert auf dem allgemeinen Radverkehrskonzept sowie den Ergebnissen einer umfassenden Bürgerbeteiligung und Schülerbefragung.
Das Konzept der Radvorrangrouten
Im Zentrum der Strategie steht die Herstellung von zwei durchgängigen, gut ausgebauten Hauptachsen, die Weingarten als sogenannte Radvorrangrouten in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung erschließen. Durch die Bevorrechtigung des Radverkehrs werden diese Wege schneller und sicherer. Ein besonderer Fokus liegt dabei unter anderem auf der lückenlosen Anbindung des Schulzentrums (Gymnasium/Realschule), um die Sicherheit für Schülerinnen und Schüler massiv zu erhöhen und potenzielle Gefahrenstellen zu beseitigen.
Die beiden Hauptachsen im Detail
Die Ost-West-Achse
Diese Achse orientiert sich an der im Radverkehrskonzept vorgesehenen Route und verbindet den BOB Bahnhof Berg/Weingarten direkt mit der Innenstadt, der Hochschule und dem Schulzentrum bis zum östlichen Ortsausgang. Zudem dient sie als Zubringer zum geplanten Radschnellweg RS 9 entlang der L313.
Verlauf: Sie beginnt an der Haltestelle BOB Weingarten/Berg und führt über die Ettishofer Straße, Abt-Hyller-Straße und Heinrich-Schatz-Straße. Nach einem kurzen Abschnitt auf der St.-Longinus-Straße verläuft sie über die Doggenriedstraße bis zum Ende der Lazarettstraße am östlichen Ortsausgang.
Anschluss: Am östlichen Ende ist ein Anschluss an den geplanten Radweg des Landkreises entlang der L317 in Richtung Unterankenreute vorgesehen.
Ausbau: Geplant ist eine Mischung aus breiten Radwegen, Schutzstreifen sowie Fahrradstraßen auf der St.-Longinus- und der Lazarettstraße.
Anschluss: Am östlichen Ende ist ein Anschluss an den geplanten Radweg des Landkreises entlang der L317 in Richtung Unterankenreute vorgesehen.
Ausbau: Geplant ist eine Mischung aus breiten Radwegen, Schutzstreifen sowie Fahrradstraßen auf der St.-Longinus- und der Lazarettstraße.
Die Nord-Süd-Achse
Diese Achse konzentriert sich primär auf die Optimierung der Schulwege aus dem Norden und Süden der Stadt zum zentralen Schulzentrum.
Verlauf: Die Achse startet im Süden an der Einmündung der St.-Konrad-Straße in die Ravensburgerstraße. Sie führt über die Blumenau, folgt dem Bogen der Brechenmacher- und Daimlerstraße und endet über die Lägelestraße an der Waldseerstraße.
Ausbau: Auch hier soll weitgehend eine Fahrradstraße eingerichtet werden. Lediglich im Abschnitt Brechenmacher-/Daimlerstraße ist aufgrund der beengten Platzverhältnisse ein beidseitiger Schutzstreifen vorgesehen.
Der Knotenpunkt Schulzentrum
Die beiden Achsen kreuzen sich im Bereich der Abt-Hyller-Straße/ Brechenmacherstraße. Durch diesen zentralen Kreuzungspunkt am Schulzentrum wird nicht nur die Durchquerung der Stadt bequem ermöglicht, sondern auch ein sicheres, zusammenhängendes Radwegenetz geschaffen, das die täglichen Wege für Pendler und Schüler gleichermaßen optimiert.
Zeitliche Einordnung
Aktueller Stand Juni 2026
Nach einer langen und sehr intensiven Projektvorbereitung, die von der Vorplanung bis zur fertigen Entwurfsplanung reichte, hat der Gemeinderat am 11. Mai 2026 den nächsten entscheidenden Schritt gemacht. Die Verwaltung wurde mit der Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistungen sowie der Umsetzung der Baumaßnahme „Radvorrangroute Nord-Süd“ beauftragt. Damit nimmt die erste der zwei im Jahr 2023 beschlossenen gesamtstädtischen Routen konkret Gestalt an. Die Ost-West-Verbindung befindet sich in der Entwurfsplanung. Der Förderantrag wird vorbereitet.