Insolvenz ermöglicht Neuausrichtung des Caterings im KuKO

Die Kongresshotel Weingarten GmbH & Co. KG, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Weingarten, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Ab dem 01.01.2027 soll ein externes Unternehmen das Catering im Kultur- und Kongresszentrum Oberschwaben (KuKO) in Weingarten übernehmen.

Die Geschäftsführung der Kongresshotel Weingarten hat beim zuständigen Amtsgericht Ravensburg einen Insolvenzantrag gestellt. Das städtische Tochterunternehmen ist unter der Marke „ku:cook“ bekannt und erbringt bisher die gastronomischen Leistungen im KuKO, im Restaurant ku:cook, im DORMERO-Hotel Weingarten sowie bei Cateringevents außer Haus. Die Kongresshotel Weingarten GmbH & Co. KG hatte im Rahmen eines sogenannten Assets Deals zum 01.03.2022 die Tätigkeiten von der Konferenzhotel Weingarten GmbH & Co. KG übernommen. Bis zum 31.12.2024 hat die Gesellschaft neben den Leistungen im KuKO auch das Best Western Hotel Weingarten betrieben. Das Hotel wurde zum 01.01.2025 erfolgreich an die Hotelkette DORMERO verpachtet.

Der Insolvenzantrag ist die Konsequenz aus mehreren Entwicklungen. Einerseits hat die Rechtsaufsicht im Regierungspräsidium Tübingen der Stadt Weingarten den Betrieb eines Gastronomie- und Hotelbetriebes nur übergangsweise und befristet für den Prozess der Neuausrichtung von Hotel und KuKO genehmigt. Denn grundsätzlich darf eine Stadt außerhalb der kommunalen Daseinsvorsorge nur dort wirtschaftlich tätig werden, wo der Zweck nicht ebenso gut und wirtschaftlich durch einen privaten Anbieter erfüllt werden kann (§ 102 GemO BW). Andererseits ist die Gesellschaft ohne eine dauerhafte finanzielle Unterstützung ihrer Gesellschafterin nicht überlebensfähig. Die strukturelle Unterfinanzierung von Kommunen durch Land und Bund trifft auch die Stadt Weingarten merklich. Weil sich die finanzielle Lage ab dem Jahr 2027 weiter verschlechtert, befindet sich die Stadt erneut in einer Haushaltverbesserungsrunde. Daher ist es ihr nicht möglich, den Betrieb der Gesellschaft künftig finanziell zu unterstützen. 

Veranstaltungen sollen wie geplant stattfinden

Das Amtsgericht – Insolvenzgericht – Ravensburg hat am 6. August 2026 Herrn Rechtsanwalt Oliver Bauer aus Ulm zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er wird mit seinem Team umgehend die Fortführung des Betriebes im vorläufigen Insolvenzverfahren prüfen und organisieren. Die Mitarbeiter wurden über die Situation und die Aussichten der Fortführung in einer Betriebsversammlung informiert. Über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entscheidet das Insolvenzgericht zu einem späteren Zeitpunkt auf Grundlage der Erkenntnisse des vorläufigen Insolvenzverwalters. Die Stadt wird zeitnah das Gespräch suchen, um mögliche Sanierungsvarianten für die Kongresshotel Weingarten GmbH & Co. KG und deren Mitarbeiter zu besprechen. Alternativ könnten ab dem 01.01.2027 die gastronomischen Leistungen im KuKO durch einen  privaten Dienstleister erbracht werden. Die öffentliche Ausschreibung für die Cateringleistungen könnte in den kommenden Wochen erfolgen. Es soll sichergestellt werden, dass Cateringleistungen im KuKO ohne Unterbrechung zur Verfügung stehen. Alle gebuchten Veranstaltungen im KuKO sollen trotz dieser Veränderung wie geplant stattfinden können. Auch für die gastromischen Leistungen im Restaurant und Hotel sollen Lösungen erarbeitet werden. 


Die Stadt strebt weiter die Umsetzung des KuKO-Zukunftskonzepts an. Es soll die Grundlage geschaffen werden, dass das Haus auch künftig ein lebendiger Treffpunkt für Kultur, Kongresse, Tagungen und Veranstaltungen aller Art bleibt.