Bäume, Schatten, kühles Wasser: Stadt rüstet sich für heiße Sommer  

Weingarten erhält über eine halbe Million Euro Bundesförderung für Klimaanpassungsmaßnahmen im Stadtgebiet. Jüngst wurde der Stadt im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel" ein Zuschuss von 512.550 Euro bewilligt – die maximale Förderquote. Den städtischen Eigenanteil von rund 96.600 Euro hat der Gemeinderat bereits im Doppelhaushalt eingeplant.

Die Bundesregierung fördert im Zuge des fortschreitenden Klimawandels Projekte der Grün- und Freiraumentwicklung im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel". Auch Weingarten hatte sich mit einer ambitionierten Projektskizze an der Förderausschreibung beteiligt und jüngst einen positiven Zuschussbescheid von über einer halben Million Euro erhalten. Das Geld fließt in folgende sechs Maßnahmen, welche die Stadt bis 2028 schrittweise kühler, grüner und noch lebenswerter machen sollen.

Klimabäume (Umsetzung 2026/2027, Kosten: 140.000 Euro)

An drei stark aufgeheizten Innenstadtbereichen – Münsterplatz, Rathausvorplatz sowie am Übergang vom Löwenplatz zum Stadtgarten – werden hitzetolerante Bäume gepflanzt. Versiegelte Baumscheiben werden, soweit möglich, geöffnet und mit Staudenmischpflanzungen gestaltet. An allen Standorten werden die Baumquartiere mit Wasserspeichern nach dem Schwammstadt-Prinzip ausgestattet, welche zumeist aus den umliegenden Flächen gespeist werden. 

Sprühnebler (Umsetzung 2026, Kosten: 70.000 Euro)

Am Münsterplatz werden drei Sprühnebler an der Sitzmauer neben der Touristinfo installiert. Sie sollen Temperaturspitzen reduzieren und insbesondere für Kinder und ältere Menschen an heißen Tagen für Abkühlung sorgen. Ergänzend sind mobile Sitzgelegenheiten und Pflanzkübel vorgesehen. Die Anlage wird in enger Abstimmung mit den Technischen Werken Schussental (TWS) umgesetzt, um Trinkwasserqualität und Hygiene zu gewährleisten. 

Trinkwasserspender (Umsetzung 2026/2027, Kosten: 40.000 Euro)

An drei weiteren Kinderspielplätzen – Kuenstraße, Blumenau und Corbellini – werden kostenlose Trinkwasserspender installiert und das bestehende Versorgungsnetz damit ausgebaut. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit der TWS und dem städtischen Baubetriebshof. 

Grüne Beschattung (Umsetzung 2026–2028, Kosten: 54.000 Euro zzgl. 36.000 Euro für 2028)

Auf den Spielplätzen im Mostgässle, im Dörfle und in der Blumenau werden modulare Stahlkonstruktionen mit Kletterpflanzen aufgestellt. Sie bieten kurzfristig wirksamen Schutz vor Sonneneinstrahlung und schaffen zugleich ökologisch wertvolle Strukturen für Vögel und Insekten. Je Standort werden drei bis vier Module kombiniert. 

Entsiegelung Broner Platz (Umsetzung 2026, Kosten: 160.000 Euro)

Ein Teil des Broner Platzes wird neugestaltet: Versiegelte Flächen werden durch wasserdurchlässige Beläge ersetzt, Baumscheiben vollständig begrünt und zwei neue Baumstandorte angelegt. Die Zahl der Pkw-Stellplätze verringert sich um drei; dafür entstehen vier Ladeparkplätze – die Ladeinfrastruktur wird von der EnBW finanziert und errichtet – sowie Fahrradabstellmöglichkeiten und ein barrierefreier Stellplatz. 

Entsiegelung Parkplätze Friedhofstraße (Umsetzung 2027, Kosten: 88.000 Euro)

Die Parkplätze an der Friedhofstraße werden entsiegelt, der vorhandene Asphalt entfernt und durch wasserdurchlässige Beläge ersetzt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt des alten Baumbestands: Durch verbesserte Bodenverhältnisse im Wurzelbereich werden Wasserversorgung und Durchlüftung gefördert. Die Stellplatzzahl reduziert sich um sieben; ein barrierefreier Parkplatz ist ebenfalls vorgesehen.

Bei allen Maßnahmen, die mit teils umfangreichen Bauarbeiten verbunden sind, wird die Stadtverwaltung auf eine sorgfältige Baustellenplanung und kurze Bauzeiten achten. Die Bürgerinnen und Bürger werden um Verständnis für unvermeidliche Einschränkungen während der jeweiligen Bauphasen gebeten.